Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

18.05.2021

WWWI: 18. Kalenderwoche 2021

Nach vorläufiger Berechnung lag die wirtschaftliche Aktivität in der Kalenderwoche 18 (3. bis 9. Mai 2021) um 14,4% über dem Niveau der Vorjahreswoche, und gegenüber dem Vorkrisenniveau, dem Durchschnitt der Wochen im Jahr 2019 als fixe Referenzperiode, hat sich die BIP-Lücke auf 2,4% verringert. Dies entspricht einer Verbesserung um 2,1 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche.

Nach dem Lockdown in Ostösterreich wurden auch in Niederösterreich und Wien die Geschäfte wieder geöffnet und die Erbringung von persönlichen körpernahen Dienstleistungen wieder erlaubt. Die ausgedehnten Konsummöglichkeiten wurden auch wahrgenommen, und die Einzelhandelsumsätze und die privaten Konsumausgaben legten deutlich zu.

Die Bestimmungsfaktoren des WWWI in Kalenderwoche 18 änderten sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich. Dies ist vor allem dem Öffnungsschritt im Handel und bei den körpernahen Dienstleistungen in Wien und Niederösterreich geschuldet. Diese beiden Bundesländer tragen gut 40% zur bundesweiten Wertschöpfung im Bereich des Handels bei. Die Kreditkartenumsätze stiegen am aktuellen Rand deutlich an. Im Gegensatz zu den Vorwochen nahmen vor allem die Kreditkartenumsätze im Non-E-Commerce-Bereich zu, was auf eine Steigerung der Aktivität im stationären Einzelhandel hindeutet. Im Einklang dazu stieg auch die Mobilität gegenüber der Vorwoche deutlich an. Die Mobilitätsdaten legten vor allem im Bereich der Einkaufsaktivität und an Arbeitsplätzen deutlich zu; Anstiege gab es auch im Bereich des Verkehrs. Das Passagieraufkommen bei Ankünften am Flughafen Wien ist im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls gestiegen.

Expansive Signale kommen weiterhin von Indikatoren der Industrieproduktion, wenngleich diese für die Kalenderwoche 18 etwas differenzierter als in den Vorwochen ausfallen: Gegenüber der Vorwoche sank der temperaturbereinigte Stromverbrauch insgesamt leicht, der Stromverbrauch in den Nachtstunden stagnierte. Die Arbeitslosigkeit sank im Bereich der primären Produktion sowohl im Vergleich zur Vorwoche als auch zur Vorjahreswoche deutlich. Überdies präsentieren am aktuellen Rand auch die Indikatoren im Transportbereich eine ansteigende Tendenz: Der Schienengütertransport, das Luftfrachtvolumen sowie die Lkw-Fahrleistungen stiegen im Vorjahresvergleich deutlich an; im Vorwochenvergleich zeigt sich die Hauptkomponente dieser drei Transportvariablen unverändert. Auch für die anderen Wirtschaftssektoren kommen positive Signale vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit sank im Wochenvergleich und die Zahl offener Stellen legte weiter kräftig zu.

   

 

Der WWWI befindet sich in ständiger Bearbeitung; er wird laufend überprüft und nach Verfügbarkeit mit neuen und zusätzlichen wöchentlichen Datenreihen erweitert. Der WWWI ist keine offizielle Quartalsschätzung, Prognose o. Ä. des WIFO.
 


Details zum Wöchentlichen WIFO-Wirtschaftsindex finden Sie bitte hier (xlsx).

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) ist ein Maß für die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher Basis. Er beruht auf wöchentlichen, monatlichen und vierteljährlichen Indikatoren. Der Index ist auf die Werte der Veränderungsraten des BIP gegenüber einer entsprechenden Referenzperiode skaliert.

Ab dem 6. April 2021 wird die geschätzte prozentuelle Veränderung der saisonbereinigten realen gesamtwirtschaftlichen Aktivität in einer Kalenderwoche in zwei Varianten dargestellt: Erstens wie bisher als Veränderung gegenüber der Vorjahreswoche und zweitens als Vergleich zu einem durchschnittlichen Wochenwert im Jahr 2019 (fixe Referenzperiode). Diese erweiterte Darstellung soll die Einordnung der Ergebnisse unterstützen. Ab der Kalenderwoche 11 2021, 15. bis 21 März 2021, liegen für den Vorjahresvergleich beide Vergleichswerte in der pandemiebedingten Krisenperiode.

Da der wirtschaftliche Einbruch durch die COVID-19-Pandemie und die strikten behördlichen Restriktionen zu deren Eindämmung im Jahresverlauf 2020 in der ersten Lockdown-Periode, ab 16. März 2020, am stärksten ausfiel und folglich das Vergleichsniveau sehr niedrig ist, ist der prozentuelle Anstieg nach einem Jahr negativer Vorjahresveränderungsraten im Vorjahresvergleich außerordentlich kräftig. Die Berechnung gegenüber einer fixen Referenzperiode 2019 lässt einen Vergleich des aktuellen BIP-Niveaus mit dem Vorkrisenniveau zu.

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Mag. Dr. Josef Baumgartner

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik

Mag. Dr. Christian Glocker, MSc

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
© Alexander Müller
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