Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

06.04.2021

WWWI: 11. und 12. Kalenderwoche 2021

In den Kalenderwochen 11 und 12 lag die wirtschaftliche Aktivität gemessen am WWWI nach vorläufiger Berechnung um 11,6% bzw. 21,4% über dem Niveau der jeweiligen Vorjahreswochen. Trotz dieser hohen Vorjahreszuwachsraten blieb das BIP-Niveau jedoch nach wie vor deutlich unter dem Vorkrisenniveau und die Verringerung dieser Lücke fiel in beiden Wochen relativ schwach aus.

In Kalenderwoche 11 lag sie um 4,3% und in Kalenderwoche 12 um 4,1% unter dem durchschnittlichen Niveau des Jahres 2019. Es zeigt sich darüber hinaus, dass die gesamtwirtschaftliche Aktivität im Laufe des September 2020 das Vorkrisenniveau beinahe erreicht hatte. Die Entwicklungen im vergangenen Jahr lassen daher eine deutliche Erholung erwarten, sobald die Pandemie-Situation unter Kontrolle ist und die gesundheitspolitischen Restriktionen für das wirtschaftliche Handeln dauerhaft gelockert werden.

Unter den Bestimmungsfaktoren des WWWI sind in den Kalenderwochen 11 und 12 die Kreditkartenumsätze leicht gestiegen, die Mobilität und auch das Passagieraufkommen am Flughafen Wien haben in den letzten beiden Märzwochen etwas zugenommen. Expansive Signale kommen auch von Indikatoren der industriellen Produktion: Gegenüber der Vorwoche stiegen sowohl der um Temperaturschwankungen bereinigte Stromverbrauch als auch der Stickstoffdioxidausstoß. Weniger einheitlich präsentiert sich die Lage im Transportbereich: Der Gütertransport auf der Schiene stagnierte, während die Lkw-Fahrleistung und die Luftfracht etwas anzogen. Positive Signale kommen vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit sank im Wochenvergleich und auch die Zahl offener Stellen stieg abermals weiter an.


Details zum Wöchentlichen WIFO-Wirtschaftsindex finden Sie bitte hier (xlsx).

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) ist ein Maß für die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher Basis. Er beruht auf wöchentlichen, monatlichen und vierteljährlichen Indikatoren. Der Index ist auf die Werte der Veränderungsraten des BIP gegenüber einer entsprechenden Referenzperiode skaliert.

Ab dem 6. April 2021 wird die geschätzte prozentuelle Veränderung der saisonbereinigten realen gesamtwirtschaftlichen Aktivität in einer Kalenderwoche in zwei Varianten dargestellt: Erstens wie bisher als Veränderung gegenüber der Vorjahreswoche und zweitens als Vergleich zu einem durchschnittlichen Wochenwert im Jahr 2019 (fixe Referenzperiode). Diese erweiterte Darstellung soll die Einordnung der Ergebnisse unterstützen. Ab der Kalenderwoche 11 2021, 15. bis 21 März 2021, liegen für den Vorjahresvergleich beide Vergleichswerte in der pandemiebedingten Krisenperiode.

Da der wirtschaftliche Einbruch durch die COVID-19-Pandemie und die strikten behördlichen Restriktionen zu deren Eindämmung im Jahresverlauf 2020 in der ersten Lockdown-Periode, ab 16. März 2020, am stärksten ausfiel und folglich das Vergleichsniveau sehr niedrig ist, ist der prozentuelle Anstieg nach einem Jahr negativer Vorjahresveränderungsraten im Vorjahresvergleich außerordentlich kräftig. Die Berechnung gegenüber einer fixen Referenzperiode 2019 lässt einen Vergleich des aktuellen BIP-Niveaus mit dem Vorkrisenniveau zu.

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Mag. Dr. Josef Baumgartner

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik

Mag. Dr. Christian Glocker, MSc

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
© Alexander Müller
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