Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) ist ein Maß für die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher Basis. Er beruht auf wöchentlichen, monatlichen und vierteljährlichen Indikatoren.

Der Index ist auf die Werte der Veränderungsraten des BIP gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal skaliert: Ein Wert von 2% in einer bestimmten Woche bedeutet daher, dass ein durchschnittliches Wachstum von 2% im Vergleich zum Vorjahresquartal erwartet würde, sofern die Bedingungen dieser Woche ein ganzes Quartal lang anhalten.

 

Aktueller Index

Veröffentlichung vom 23. 2. 2021

Die Wirtschaftsaktivität (gemessen am WWWI) war in der zweiten Februarwoche (Kalenderwoche 6) durch die Lockerung der Restriktionen und die Öffnung der Geschäfte ab 8. Februar 2021 geprägt: Relativ zur Vorwoche (der letzten "harten" Lockdown-Woche) hat sich die Aktivität um 4 Prozentpunkte deutlich auf –9% gegenüber der Vorjahreswoche verbessert. Im Vergleich mit den Auswirkungen der Lockerungen nach den bisherigen harten Lockdown-Phasen liegt die geschätzte BIP-Verbesserung in der Kalenderwoche 6 zwischen dem Anstieg nach dem ersten (+2½ Prozentpunkte) und jenem nach dem zweiten Lockdown (+5¾ Prozentpunkte). Letzterer erhielt v. a. durch das Weihnachtsgeschäft einen starken Impuls. Die erklärenden Variablen für den WWWI zeigen am aktuellen Rand ein homogenes Bild. Die Kreditkartenumsätze und die Mobilität stiegen im Wochenvergleich stark an, was auf die gestiegene Aktivität im Handel zurückzuführen sein dürfte. Positive Signale geben auch jene Indikatoren, welche die industrielle Produktion widerspiegeln; so stiegen sowohl der Stromverbrauch als auch der Stickstoffdioxidausstoß. Auch die Signale vom Arbeitsmarkt sind etwas günstiger: Zum einen sank die Arbeitslosigkeit im Wochenvergleich und zum anderen nahm auch die Anzahl offener Stellen zu. Gemischte Signale kommen lediglich vom Gütertransport: Die Lkw-Fahrleistung legte deutlich zu, die Luftfracht stagnierte und der Gütertransport auf Schiene ging kräftig zurück. Letzteres dürfte jedoch ein idiosynkratisches Element darstellen und auf die Unterbrechung des Schienenverkehrs aufgrund eines Unfalls auf der Westbahnstrecke bei Hallwang-Elixhausen zurückzuführen sein.

 

 

Der WWWI befindet sich in ständiger Bearbeitung; er wird laufend überprüft und nach Verfügbarkeit mit neuen und zusätzlichen wöchentlichen Datenreihen erweitert. Der WWWI ist keine offizielle Quartalsschätzung, Prognose o. Ä. des WIFO.
 

Publikationen

WIFO Research Briefs, 2020, (19), 9 Seiten
Auftraggeber: Bundesministerium für Finanzen
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 19.11.2020 9:00
Die aktuelle Auswertung des WWWI deutet auf eine zunehmende Abschwächung der Konjunkturerholung hin: Im Monatsdurchschnitt sank der Indikator im Oktober leicht (–3,5%). Unter Berücksichtigung der behördlichen Einschränkungen (zweiter Lockdown ab 3. November 2020 mit Verschärfung ab 17. November) ergibt die auf dem WWWI aufbauende Einschätzung für das gesamte Jahr 2020 einen Rückgang des BIP von 8%. Die Modellberechnungen für das Jahr 2020 aus dem Cluster dynamischer Faktormodelle (CDFM) ergeben eine ähnliche Größenordnung. Neben entstehungs- und verwendungsseitigen Komponenten der VGR enthält das Modell auch eine Echtzeiteinschätzung für die Verteilungsseite.
WIFO Research Briefs, 2020, (15), 14 Seiten
Auftraggeber: Bundesministerium für Finanzen
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 02.11.2020 9:00
Die aktuelle Konjunkturlage verbesserte sich in Österreich im September 2020 weiter. Auf Basis hochfrequenter Daten zeigt der wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) in der Kalenderwoche 39 eine Lücke von 2,9% gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres. Im Monatsdurchschnitt war die Erholung abermals schwächer als in den Vormonaten. Die auf dem WWWI aufbauende Einschätzung für das Gesamtjahreswachstum des BIP liegt bei rund –7%. Dies bestätigen auch die Ergebnisse des Clusters dynamischer Faktormodelle (CDFM), welches hier für die verwendungsseitigen Aggregate der VGR vorgestellt wird. Die Auswahl der Indikatoren für das CDFM basiert u. a. auf den Erkenntnissen einer Korrelationsanalyse, welche gleichfalls beschrieben wird. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannte sich im September weiter, in einigen Wirtschaftsbereichen stabilisierte sich das Beschäftigungsniveau.
WIFO Research Briefs, 2020, (14), 13 Seiten
Auftraggeber: Bundesministerium für Finanzen
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 02.11.2020 9:00
Wie der unter Verwendung hochfrequenter Daten erstellte wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) zeigt, setzte sich der kontinuierliche Aufholprozess der Wirtschaftsentwicklung in Österreich seit den Tiefstwerten im Frühjahr auch im August 2020 fort (Kalenderwoche 35 –3,5%), die Erholung verlor jedoch etwas an Dynamik. Die auf dem WWWI aufbauende Einschätzung für das Gesamtjahreswachstum des BIP liegt bei rund –7%. Dies bestätigen die Ergebnisse eines Clusters dynamischer Faktormodelle (CDFM), welcher hier für die Aggregate der VGR-Entstehungsseite präsentiert wird. Vorgestellt werden zudem die Ergebnisse einer Korrelationsanalyse, welche u. a. zur Auswahl der Indikatoren für das CDFM herangezogen wurde. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannte sich im August weiter: Die Arbeitslosenzahl stieg merklich schwächer als im Vormonat, und auch der Beschäftigungsabbau fiel neuerlich geringer aus.
WIFO Research Briefs, 2020, (13), 8 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Bundesministerium für Finanzen
Online seit: 02.11.2020 9:00
Der neu entwickelte wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) zeigt auf der Basis hochfrequenter Daten bis Ende Juli 2020 (Kalenderwoche 31, 27. Juli bis 2. August) eine Verbesserung der Wirtschaftslage gegenüber dem Tiefstand während des Lockdown im März und April 2020 (–22%). Die Wirtschaftsleistung lag damit jedoch noch immer deutlich unter dem Vorjahreswert (–3,1%). Die auf dem WWWI aufbauende Einschätzung für das Gesamtjahreswachstum des BIP stabilisierte sich ab Ende April bei rund –7%. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannte sich im Juli weiter, jedoch schwächer als in den Monaten zuvor.

 

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