Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen zur Abfederung hoher Energiekosten (Support Measures for Companies to Cushion High Energy Costs)
WIFO Research Briefs, 2022, (24), 12 Seiten
Online seit: 12.10.2022 0:00
Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen zur Abfederung hoher Energiekosten sollten auf jene Unternehmen beschränkt werden, die ihre Kosten nicht weitergeben können, da sie im internationalen Wettbewerb stehen. Um den Binnenmarkt nicht zu verzerren, ist prinzipiell ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene anzustreben und nationalen "Insellösungen" vorzuziehen. Aus ökologischer Perspektive sind insbesondere ein Aussetzen des nationalen Emissionshandels sowie der Ende September 2022 von der Bundesregierung vorgestellte Energiekostenzuschuss für Unternehmen kritisch zu sehen. Mit dem konkreten Programmdesign des Energiekostenzuschusses für Unternehmen hat sich die Bundesregierung für ein breitflächig ausgerolltes Subventionsregime unter Inkaufnahme entsprechend hoher Mitnahmeeffekte und gegen eine zielgerichtete Unterstützung von Unternehmen mit intakten Geschäftsmodellen entschieden. Ein allgemeiner Verlustrücktrag kombiniert mit Liquiditätshilfen (Haftungen und Garantien) und einer Senkung der Lohnnebenkosten wäre budgetschonender und ökonomisch effizienter gewesen.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik – Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit – Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb – Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Sprache:Deutsch

Support Measures for Companies to Cushion High Energy Costs
Public support measures for enterprises to cushion high energy costs should be limited to those companies that cannot pass on their costs because they are exposed to international competition. In order not to distort the internal market, a coordinated approach at European level, which is preferable to "isolated solutions" of individual EU member countries, should be sought. From an ecological perspective, a suspension of national emissions trading and the energy cost subsidy for companies presented by the federal government at the end of September 2022 should be viewed critically. With the concrete programme design of the energy cost subsidy for companies, Austria has opted for a broadly rolled-out subsidy regime, accepting correspondingly high deadweight losses, and against targeted support for companies with intact business models. A general loss carryback combined with liquidity support (guarantees) and a reduction in non-wage labour costs would have been both more budget-friendly and more economically efficient.