Heimische Wirtschaft setzt Konjunkturerholung fort

29.10.2021

Schnellschätzung des WIFO: +3,3% im III. Quartal 2021

Gemäß der aktuellen Schnellschätzung des WIFO expandierte die österreichische Wirtschaftsleistung im III. Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal um 3,3%. Damit setzte sich die Erholung weiter fort.

Wichtige Information

Seit Ende September 2020 wird die Quartalsrechnung von Statistik Austria erstellt und publiziert. Die WIFO-Schnellschätzung baut auf diese Rechnung auf und liefert eine Schätzung für das darauffolgende Quartal. Diese umfasst das BIP sowie Komponenten in der Form von saison- und arbeitstagsbereinigten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal (Kennzahl laut Eurostat-Vorgabe).

Die Daten dieser Rechnung sind eine erste Schätzung und sind als solche mit Unsicherheiten und einem möglichen Revisionsbedarf verbunden.

Ende November 2021 wird von Statistik Austria die Quartalsrechnung mit dem BIP und Detailergebnissen für das III. Quartal 2021 auf Basis vollständigerer Daten veröffentlicht.

Nachdem das II. Quartal 2021 noch teilweise von einschränkenden Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie geprägt war, waren diese im III. Quartal weitgehend gelockert bzw. aufgehoben. Dies führte zu einem kräftigen Anstieg der Konsumnachfrage der privaten Haushalte. Auch stiegen dazu die entsprechenden Dienstleistungsbereiche sehr stark. Die Industriekonjunktur stagnierte auf hohem Niveau.

Nach dem durch Lockerungsmaßnahmen geprägten hohen Wachstum im II. Quartal 2021 expandierte die heimische Wirtschaft im III. Quartal 2021 erneut. Gemäß ersten Berechnungen stieg das BIP im III. Quartal 2021 um 3,3% gegenüber der Vorperiode (Kennzahl laut Eurostat-Vorgabe). Damit lag die heimische Wirtschaftsleistung um 4,8% über dem Vorjahresquartal.

Vor allem die Dienstleistungen trugen das Wachstum, da behördliche Einschränkungen, welche im II. Quartal noch teilweise aufrecht waren, im III. Quartal zum Großteil aufgehoben waren. Damit kam es zu einer weiteren Ausweitung der Wertschöpfung in den Bereichen Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie (+16,3%, nach +17,2% im II. Quartal 2021 im Vorquartalsvergleich) sowie den sonstigen Dienstleistungen (+10,3%, nach +8,8% im II. Quartal 2021; beinhaltet u. a. Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie körpernahe Dienstleistungen). Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte (einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck) stieg dazu ebenso kräftig (+8,2% nach +1,9% im II. Quartal 2021).

Die Industriekonjunktur, welche sich bereits seit Mitte 2020 auf Erholungskurs befindet, stagnierte zuletzt. Die Wertschöpfung in der Industrie (ÖNACE 2008, Abschnitte B bis E) stieg im III. Quartal leicht um 0,8% (nach +0,3% im II. Quartal). In der Bauwirtschaft wurde die hohe Dynamik vom II. Quartal nicht fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr expandierte die Bauproduktion noch robust, gegenüber dem Vorquartal sank hingegen die Wertschöpfung (‑2,2% nach +0,6%).

Auch die Entwicklung der Investitionsnachfrage verlief im Vorquartalsvergleich träge. Die Bruttoanlageinvestitionen stagnierten im III. Quartal (‑0,4%). Ebenso flaute die außenwirtschaftliche Dynamik – beeinflusst von hohen Preissteigerungen – gegenüber dem Vorquartal merklich ab: die Exporte sanken um 4,1%, die Importe um 5,0%.
  

Publikationen

Rückfragen an

Mag. Sandra Bilek-Steindl

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik

Dr. Jürgen Bierbaumer, MA

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
© Jay Ee/Unsplash
© Jay Ee/Unsplash