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Hohe Liquiditätszufuhr im Kreditwesen 2021 nur teilweise durch lebhafte Kreditnachfrage absorbiert (Buoyant Credit Demand Could Only Partially Absorb High Liquidity Supply in the Banking Sector in 2021)
WIFO-Monatsberichte, 2022, 95(4), S.263-274
Online seit: 09.05.2022 0:00
 
Die Zentralbanken setzten 2021 ihren expansiven geldpolitischen Kurs unvermindert fort. Die hohe Versorgung des Kreditwesens mit Liquidität führte zwar zu einer deutlichen Ausweitung der Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen und der Wohnbaudarlehen an private Haushalte; trotzdem bauten die österreichischen Kreditinstitute bis zum Jahresende Überschussreserven im System der Europäischen Zentralbanken im Ausmaß von 125 Mrd. € auf. Gleichzeitig veranlasste die hohe Dynamik in der Neuvergabe von Wohnbaudarlehen das Finanzmarktstabilitätsgremium zur Vorgabe makroprudenzieller Kriterien. Die österreichische Kreditwirtschaft konnte in diesem Umfeld die Refinanzierungskosten deutlich senken und damit das Nettozinsergebnis steigern. Der kräftige Anstieg der Börsenkurse beflügelte auch die Provisionserträge, sodass sich die Ertragslage insgesamt verbesserte. Die Notenbank der USA bereitete den Finanzmarkt im Zuge ihrer Forward Guidance auf eine geldpolitische Wende vor; dementsprechend wertete der Euro im Jahresverlauf 2021 gegenüber dem Dollar ab.
JEL-Codes:E52, G21, G32, G52
Keywords:Geldpolitik, Kreditwesen, Unternehmensfinanzierung, Sparen der privaten Haushalte
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

Buoyant Credit Demand Could Only Partially Absorb High Liquidity Supply in the Banking Sector in 2021
Central banks continued their expansionary monetary policy stance unabated in 2021. Although the high supply of liquidity to the banking sector led to a significant expansion in loans to nonfinancial corporations and in mortgages, Austrian credit institutions accumulated excess reserves within the European System of Central Banks of 125 billion € until the end of 2021. At the same time, the high momentum in mortgages prompted the Austrian Financial Stability Board to prescribe macroprudential criteria. In this environment, the Austrian banking industry was able to reduce its refinancing costs and thus improve net interest income. A strong surge in stock prices also boosted income from fees and commissions, resulting in an overall increase in earnings. With its forward guidance, the Federal Reserve Bank prepared the financial market for a change in monetary policy; accordingly, the euro depreciated against the dollar in the course of 2021.

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